Grußbotschaft des deutschen Botschafters Cord Meier-Klodt zum Tag der nationalen Kultur am 15. Januar

„Es war wie einst im Märchenland    Grußbotschaft des deutschen Botschafters Cord Meier-Klodt zum Tag der nationalen Kultur am 15. Januar Bild vergrößern Botschafter liest Eminescu (© Deutsche Botschaft Bukarest)

Und war wie nie geschehen,

Aus hohem, kaiserlichem Stand

Ein Mädchen, schön zu sehen.

 

Aus der Gemächer Dämmerung

Tritt sie ans Fenster leise

Uralt beginnt und ewig jung

Der Abendstern die Reise.”

Liebe Freunde,

keine Übersetzung wird ihm vollständig gerecht, dem einzigartigen Zauber des bekanntesten Gedichtes von Mihai Eminescu, „Der Abendstern”. Aber ich versichere Ihnen, dass diese Version in meiner deutschen Muttersprache die zarte Schönheit des Gedichtes  angemessen wiedergibt.

Mit diesen Worten möchte ich Ihnen heute unsere bescheidenen Glückwünsche zum Geburtstag des großen rumänischen Dichters Mihai Eminescu und zum „Tag der nationalen Kultur” übermitteln.

Es heißt, Eminescu habe das rumänische Volksmärchen, das ihn zu diesem Gedicht inspirierte, in der Märchensammlung eines deutschen Schriftstellers auf einer Reise nach Berlin entdeckt. Wohlbekannt ist auch die Tatsache, dass Eminescu fließend Deutsch sprach und sogar Kant und Schopenhauer im Original lesen konnte.

Ich glaube daher, es kann gar kein besseres Beispiel geben, die Qualität der bilateralen Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Rumänien zu verdeutlichen, als diese Verse des großen Poeten.

Das gilt umso mehr angesichts des Jubiläumsjahres 2018, in dem sich die Gründung Großrumäniens zum 100. Mal jährt und in dem wir gemeinsam den kulturellen Reichtum Rumäniens feiern – einen kulturellen Reichtum, in dem auch die deutschen Traditionen eine wichtige Rolle gespielt haben und immer noch spielen.

Unsere Botschaft muss daher lauten: Es lebe Rumänien, es lebe die rumänische Kultur und es lebe die kulturelle Vielfalt Rumäniens!