Freiwillige des vom Auswärtigen Amt geförderten Programms "Kulturweit" engagieren sich in Rumänien

Letze Woche fand das kulturweit-Zwischenseminar in Altringen, Rumänien statt. Die Organisation kulturweit entsendet jedes Jahr über 300 Freiwillige für sechs oder 12 Monate in alle Ecken der Welt. Dort kommen sie in Einsatzstellen mit unterschiedlichen Aufgabenfeldern unter. Der Großteil der Freiwilligen wird allerdings an Schulen eingesetzt, wo sie die deutschen Abteilungen unterstützen. 17 Freiwillige, die nun bereits seit zweieinhalb Monaten über ganz Rumänien und Moldawien verteilt im Dienst sind, trafen sich in Altringen, um gemeinsam über ihre bisherigen Erfahrungen zu reflektieren. 

Bei dem Seminar stellten die Freiwilligen sich selbst und ihre Einsatzorte erneut vor und schufen ein Stimmungsbild für die letzten Monate. Die Berichte waren zum großen Teil positiv, der Austausch über die vereinzelten Probleme und Schwierigkeiten mit Einsatzstelle und -ort bot aber auch Unterstützung. 

Am zweiten Tag bekamen die  Freiwilligen gleich doppelten Besuch. Herr Krautkrämer, Konsul in Temeswar und Frau Söldenwagner, ZfA (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen) Fachberaterin, kamen nach Altringen um sich mit den Freiwilligen zu treffen. Beide berichteten zuerst von ihrer Funktion und den damit einhergehenden Aufgaben. Herr Krautkrämer informierte zudem über die allgemeine Funktion des Konsulats und gab einen kurzen, aber sehr interessanten Überblick über den historischen Werdegang der Region, insbesondere im Bezug auf die deutsche Minderheit. In der anschließenden Gesprächsrunde konnten die Freiwilligen Fragen zu allem Möglichen stellen. Von ganz konkreten Vorschlägen von Frau Söldenwagner zum Umgang mit Schulklassen, über die Rolle als Deutsche*r im Ausland, bis hin zur Konfrontation mit deutscher Geschichte und einer angemessenen Reaktion darauf. Besonders interessant waren dabei die zwei verschiedenen Herangehensweisen als Lehrkraft beziehungsweise in diplomatischer Funktion. 

Der dritte Tag hielt für die Freiwilligen den Besuch verschiedener Nicht-Regierungs-Organisationen bereit. Jede einzelne der besuchten Institutionen gab einen interessanten Einblick in verschiedene Aufgabenfelder:

Das Institutul Intercultural Timişoara führt Projekte unterschiedlicher Art mit benachteiligten Mitgliedern der Gesellschaft in ganz Rumänien und darüber hinaus durch.

Die Ambasada beschäftigt sich mit kulturellen Projekten und bietet durch die kostenlose Nutzung ihrer Räumlichkeiten und Know-How Unterstützung für andere NROs. Auch das zugehörige plai Festival bietet Musik und Workshops die in den Traditionen verschiedener Kulturen verwurzelt sind.

Die Asociaţia Generaţie Tânără România (GTR) kümmert sich um die Opfer von Menschenhandel. Sie bietet sowohl psychologischen Beistand als auch ein Haus mit Wohnmöglichkeiten an. Auch Prävention ist eine der vielen Aufgaben der Organisation. Während die ersten beiden Organisationen den Freiwilligen Anreize für die Planung und Durchführung eigener Projekte boten, war die Arbeit der GTR besonders beeindruckend. Der Einsatz mit dem die Mitarbeiter sich um die Menschen kümmern war zutiefst inspirierend und hinterließ auch für die nächsten Tage noch Eindruck. 

Am nächsten Tag des Seminars ging es zuerst um die Freiwilligenprojekte, die von allen Teilnehmer*innen durchgeführt werden sollen. Sowohl die eher abstrakte Ideenfindung als auch die konkretere Planung wurden thematisiert.

Der zweite Teil des Tages drehte sich darum, die Einsatzorte genauer kennenzulernen. Dazu brachten alle Freiwilligen etwas aus ihrer Region oder Stadt mit. Trotz der verhältnismäßig kleinen geographischen Distanz unterschieden sich die Mitbringsel stark und zeichneten ein vielfältiges Bild Rumäniens und Moldawiens. Am Abend fand das fast schon traditionelle Wichteln satt, bei dem sich die Freiwilligen und Teamerinnen wiederum mit regionalen Spezialitäten beschenkten. 

Der letzte Tag des Zwischenseminars bot noch einmal die Gelegenheit offene Fragen anzusprechen und das Seminar auszuwerten. So konnten die Freiwilligen nach dieser sehr intensiven Auszeit wieder gestärkt in ihre Einsatzorte zurückkehren. 

Svenja Effinger, Freiwillige an Colegiul National George Cosbuc in Cluj-Napoca