Deutsche Kultur- und Wirtschaftstage Banat

Vom 25. Mai bis zum 28. Juni veranstaltete das Deutsche Konsulat Temeswar die „Ersten Kultur- und Wirtschaftstage Banat“. Hierzu wurde weitere Partner „ins Boot geholt“: Das Deutsche Kulturzentrum, der Deutschsprachige Wirtschaftsclub Banat und die Stadt Temeswar. Damit sollte auch unterstrichen werden, dass das Konsulat und alle teilnehmenden Akteure von Anfang an Temeswar auf dem Weg zur Kulturhauptstadt 2021 unterstützend begleiten.

Aufgrund der regen und fast vollständigen Teilnahme mit Beiträgen der hiesigen deutschen und deutschsprachigen Kultur- und Wirtschaftsakteure entstand ein Querschnitt durch die aktuelle deutsche Kultur- und Wirtschaftsszene im Banat mit vielen Höhepunkten:

  Was den Zuspruch des Publikums betrifft, fanden die Premiere eines internationalen ökumenischen Motorrad-Gottesdienstes („Biker-Messe“) im Kloster und der Basilika Minor von Maria Radna, die Eröffnungsveranstaltung zu den Kultur- und Wirtschaftstagen, die gemeinsam mit der Festveranstaltung zum 25. Jahrestag der Städtepartnerschaft Temeswar-Karlsruhe in Anwesenheit beider Bürgermeister und Delegationen durchgeführt wurde, große Beachtung. Die Ausstellung zweier wichtiger deutscher Gegenwartskünstler waren Anziehungspunkte der Temeswarer Kunstszene: das Kunstmuseum zeigte eine Ausstellung von Rosemarie Trockel, ermöglicht durch das Institut für Auslandsbeziehungen (IfA) und eine Installation von Julian Rosenfeldt („Asylum“), organisiert vom Deutschen Kulturzentrum Temeswar mit Unterstützung des Goethe-Instituts und der Stadt Temeswar.

Herausragend waren sicher auch zwei Ausstellungen des donauschwäbischen Zentralmuseums Ulm, die die Geschichte der donauschwäbischen Besiedlung des Donauraumes und heute lebende Nachfahren dieser Siedler dokumentieren.

Eine Ausstellung ebenfalls des IfA über junge Architekten aus Deutschland, eine Ausstellung Germanistikbücher in der Westuniversität und eine vom banatstämmigen Musikwissenschaftler Prof. Dr. Franz Metz zusammengestellte Ausstellung über Banater Orgeln rundeten das Angebot an Ausstellungen ab.

Schon zum achten Mal konnten wir, unterstützt vom baden-württembergischen Ministerium für Kunst und Wissenschaft, auch dieses Jahr wieder eine Musikgruppe von der Popakademie Mannheim, diesmal die ‚Mainstream‘- Popgruppe Vitoe, begrüßen, die während zweier Konzerte auf dem Freiheitsplatz  ihr Bestes gab.

Eine der wichtigsten Wirtschaftsveranstaltungen war ein Symposium über die „Duale Ausbildung nach Deutschem Muster“, während dessen Verlaufs sich zwar die beeindruckende dynamische Entwicklung, die dieses -in vielen anderen Ländern schon mit Erfolg implementierte- Ausbildungskonzept, mittlerweile auch in Rumänien festzustellen ist, herauskristallisierte, andererseits aber auch das riesige Potenzial, das noch in ihm steckt, deutlich wurde. Dass die Erkenntnis über die Bedeutung dieser Ausbildungsmethode mittlerweile auch bei den hiesigen Entscheidungsträgern angekommen ist, zeigt die Tatsache, dass sich die rumänische Bildungs-Staatssekretärin Ariana Oana Bucur mit einem substanziellen und engagierten Vortrag beteiligte und für Fragen zur Verfügung stand. Der ebenfalls anwesende Hartmut Koschyk berichtete als Mitglied des Bundestages von den diesbezüglich in Deutschland gemachten Erfahrungen und sagte auch die weitere Unterstützung der deutschen Politik bei der  für die homogene Entwicklung Rumäniens essentiellen  Ergänzung der Ausbildungspalette zu.

Ich freue mich natürlich außerordentlich, dass auch die vom Banater Regionalforum erfolgreich organisierten Banater Heimattage in die Zeit der Kultur- und Wirtschaftstage fielen; das sinfonische Blasorchester der städtischen Sing- und Musikschule München trat sowohl in der zentralen Feier der Heimattage als auch –zusammen mit dem hiesigen Schulorchester- im Konzertsaal der Ion-Vidu-Schule auf.

Am Samstag und Sonntag gab es für das Publikum Gelegenheit, die im Rahmen der Wirtschaftsausstellung „Made in Banat“ aufgebauten Stände der Firmen und sonstigen thematisch engagierten Ausstellern zu besuchen.

Nicht vergessen möchte ich noch zwei sehr interessante Veranstaltungen: Die Fortführung des Schülerprojektes „Erzählte Geschichte“, initiiert von Frau Simona Hochmuth in Zusammenarbeit mit der Hanns-Seidel-Stiftung; hier konnte bereits der zweite Band dieser Reihe der gesammelten Erzählungen vorgestellt werden.  Ebenso auf die Suche nach deutschen Wurzeln im Banat gingen Schüler der Lenau-Schule, des Colegiul Banatian und des Loga-Colegiuls Caran-Sebes und stellten sie in einer gemeinsamen Veranstaltung vor.

Für das Symposium „Deutsche Sprache und Kultur zwischen Tradition und Zukunft“ hatte Frau Dr. Dascalu-Romitan (Politehnica) und Frau De Carlo (DAAD) eine beeindruckende Zahl von Rednern unterschiedlichster Fachrichtungen gewinnen können, die das Thema aus ihrer eigenen Perzeption beleuchteten.

Das Symposium der deutschsprachigen Fakultät für Bauwesen „Interferenzen und Erfolge“ befasste sich mit der erfolgreichen 15-jährigen Zusammenarbeit mit deutschen Universitäten.  

Auch in Nitzkydorf fand ein Symposium über das kulturelle Erbe der Banater Schwaben statt..

Die Kultur- und Wirtschaftstage wurden über den gesamten Zeitraum hinweg von Vorstellungen des Deutschen Staatstheaters Temeswar begleitet und fanden ihren Abschluss mit zwei weiteren Veranstaltungen des DWC Banat: die jährliche Verleihung des Juventus-Nachwuchspreises und das Domkonzert.

Dies ist nur eine Auswahl von den insgesamt 30 Veranstaltungen zu den auch noch diverse Filmvorführungen, Buchvorstellungen und Lesungen gehörten.

  

Das gesamte Programm kann man hier finden:  

facebook.com/DeutscheKulturtageBanat/ .

Deutsche Kultur- und Wirtschaftstage Banat

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